Wie groß muss ein Gewerbespeicher sein? Das Lastprofil entscheidet

Eine Faustformel wie „Speichergröße gleich Tagesverbrauch“ funktioniert im Privathaushalt halbwegs, weil dort die Verbrauchsmuster einander ähneln. Im Gewerbe fällt sie auseinander: Zwei Betriebe mit identischem Jahresverbrauch können völlig unterschiedliche Speichergrößen brauchen — oder der eine gar keinen.
Der Unterschied liegt im Tagesverlauf. Und der ist von Betrieb zu Betrieb so verschieden, dass er sich nicht schätzen lässt.
Der Zusammenhang, auf den es ankommt
Ein Speicher kann nur Energie verschieben, die zu einem Zeitpunkt übrig ist und zu einem anderen gebraucht wird. Beides muss zusammenkommen. Produziert die Anlage mittags viel, während der Betrieb ohnehin auf Hochtouren läuft, wird der Strom direkt verbraucht — es bleibt nichts zu speichern übrig, und ein größerer Speicher ändert daran nichts.
Umgekehrt nützt ein voller Speicher wenig, wenn abends und nachts kaum Verbrauch anfällt. Dann steht die Energie zwar bereit, wird aber nicht abgerufen.
Wo Gewerbebetriebe sich stark unterscheiden
Ein Bürogebäude verbraucht weitgehend deckungsgleich mit der Sonne und braucht oft weniger Speicher als vermutet. Ein Betrieb im Zweischichtbetrieb hat abends erheblichen Bedarf und kann entsprechend mehr verschieben. Ein Handwerksbetrieb wiederum hat werktags moderate Last, produziert aber am Wochenende Strom, den niemand abnimmt — dort stellt sich die Frage anders.
Kommt Kühlung oder Wärmeerzeugung dazu, verschiebt sich das Bild noch einmal, weil diese Verbraucher zeitlich steuerbar sind und teilweise selbst als Speicher wirken.
Zwei Größen, die oft verwechselt werden
Bei einem Gewerbespeicher zählen zwei Kennzahlen, die unabhängig voneinander sind: die Kapazität in Kilowattstunden — wie viel Energie hineinpasst — und die Leistung in Kilowatt, also wie schnell sie entnommen werden kann.
Für die Lastspitzenkappung ist meist die Leistung entscheidend, für die Abendversorgung eher die Kapazität. Ein Speicher, der für das eine Ziel richtig dimensioniert ist, kann für das andere zu klein sein. Deshalb muss vorher feststehen, was er überhaupt leisten soll.
Wie e-lion vorgeht
Grundlage ist der gemessene Lastgang über ein volles Jahr, gemeinsam mit der zu erwartenden Erzeugung der geplanten oder bestehenden Photovoltaikanlage. Daraus lässt sich rechnerisch bestimmen, wie viel eine bestimmte Speichergröße im konkreten Fall tatsächlich bewirken würde — und ab welcher Größe der Zusatznutzen abflacht.
Dieser Punkt ist meist der interessanteste am ganzen Gespräch: Fast immer gibt es eine Größe, ab der jede weitere Kilowattstunde kaum noch etwas beiträgt. Sie zu kennen, ist der Unterschied zwischen einer Investition und einer zu großen Investition.
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