Unternehmertum im Handwerk: Meine Sichtweise

Wenn mich jemand fragt, was ich beruflich mache, sage ich meistens: Ich bin Unternehmer im Handwerk. Nicht Elektriker, nicht Bodenleger, nicht Beschichtungstechniker — sondern jemand, der mit Menschen aus all diesen Gewerken gemeinsam etwas aufbaut. Diese Unterscheidung ist mir wichtig, weil sie beschreibt, wie ich an die Sache herangehe.
Ich komme nicht aus einer Handwerkerfamilie und habe auch keine klassische Lehre im eigentlichen Sinn hinter mir. Ich bin HTL-Absolvent und war sechseinhalb Jahre bei der Polizei in Graz, bevor ich gemeinsam mit meinem Cousin Daniel Fuchs die D&P aufgebaut habe. Wie genau das passiert ist, erzähle ich an anderer Stelle in unserer Gründungsgeschichte — hier geht es mir um etwas anderes: um die Frage, was Unternehmertum im Handwerk für mich persönlich bedeutet, und was ich in den letzten Jahren gelernt habe.
Handwerk ist für mich mehr als ein Gewerk
In der Öffentlichkeit wird Handwerk oft noch als reine Ausführung verstanden: jemand kommt, erledigt die Arbeit, geht wieder. Ich sehe das anders. Jeder Handwerksbetrieb ist ein Unternehmen mit allem, was dazugehört — Kalkulation, Personalführung, Digitalisierung, Kundengewinnung. Wer das ignoriert, bleibt klein, egal wie gut die Arbeit auf der Baustelle ist.
Genau deshalb haben wir die D&P Holding so aufgebaut, wie sie heute dasteht: mit eigenständigen Unternehmen — D&P Bodenleger, e-lion und Wolf Art —, die jeweils ihr Handwerk auf höchstem Niveau beherrschen, aber unternehmerisch nach denselben Prinzipien geführt werden.
Warum das Handwerk selbst genauso zählt
Wenn jemand einen Handwerksbetrieb beauftragt, will er sich darauf verlassen können, dass die Menschen an der Spitze auch wirklich verstehen, was auf der Baustelle passiert. Ein Tischler muss wissen, wie sich Holz verhält. Bei uns muss verstanden werden, wie ein Dach für eine PV-Anlage beschaffen sein muss, warum ein Estrich Zeit zum Trocknen braucht oder welche Beschichtung welcher Belastung standhält — sonst fehlt genau das Vertrauen, das ein Kunde braucht, wenn er sein Zuhause oder seinen Betrieb in fremde Hände gibt.
Ich selbst bin nicht der, der auf der Baustelle das Parkett verlegt oder die PV-Anlage anschließt — das machen mein Cousin Daniel und unsere Teams, die das gelernt haben und jeden Tag leben. Aber genau deshalb steht an der Spitze jeder unserer Firmen jemand, der das jeweilige Handwerk wirklich beherrscht: Daniel auf den Baustellen von D&P Bodenleger und Wolf Art, unsere technischen Verantwortlichen bei e-lion. Meine eigene Nähe zum Handwerk kommt aus der Anfangszeit, in der ich auf jeder Baustelle als Hilfsjackel mit dabei war — genug, um zu verstehen, was unsere Teams leisten und welche Entscheidungen auf der Baustelle wirklich funktionieren, auch wenn ich selbst nicht der Handwerker bin.
Management und Handwerk zusammenführen
In der Handwerksbranche sehe ich immer wieder zwei Extreme: Der eine ist der reine Unternehmer, der nur noch managt und den Bezug zur eigentlichen Arbeit verliert. Der andere ist der reine Handwerker, der nur arbeitet und das Unternehmerische komplett vergisst — dadurch bleibt der Betrieb klein oder überfordert sich früher oder später. Meine Aufgabe sehe ich darin, genau dazwischen den richtigen Grad zu finden: Management und Handwerksarbeit im Betrieb zusammenzuführen, statt sie getrennt zu behandeln.
Deshalb ist bei uns kein Blatt Papier mehr auf den Tischen. Von der ersten Anfrage bis zur Nachbearbeitung ist bei der D&P Holding alles digitalisiert, damit sich unsere Teams auf das konzentrieren können, was sie wirklich gut können — statt auf Verwaltung. Das klingt nach einer Kleinigkeit, ist für mich aber einer der größten Hebel, um im Handwerk professionell zu wachsen, ohne die eigentliche Arbeit aus den Augen zu verlieren.
Führung durch Wertschätzung
Meine Grundüberzeugung: Ein Handwerksunternehmen wächst nicht durch Maschinen oder Prozesse, sondern durch Menschen, die bleiben wollen. Deshalb steht bei uns Wertschätzung im Zentrum — unabhängig von Position oder Erfahrung. Wer Verantwortung übernehmen will, bekommt bei uns die Möglichkeit dazu.
Ich will keinen Betrieb, in dem Mitarbeiter nur einen sicheren Job suchen. Ich will Menschen um mich, die etwas bewegen wollen, mitdenken und mit uns wachsen. Manche Geschäftsführer unserer Tochterunternehmen sind deshalb auch als Gesellschafter beteiligt — das ist für mich gelebte Wertschätzung, nicht nur ein Wort.
Was ich anderen Handwerksunternehmern mitgeben würde
Wenn mich junge Handwerker oder angehende Unternehmer fragen, was ich rückblickend anders gemacht hätte, sage ich meistens dasselbe: früher professionalisieren. Wir haben am Anfang jeden Auftrag angenommen, jeden Euro reinvestiert und viel Lehrgeld bezahlt — das war notwendig, hätte mit klareren Strukturen von Anfang an aber leichter gehen können.
Der zweite Punkt: sich nicht scheuen, Verantwortung abzugeben. Ich kann nicht jede Baustelle selbst kontrollieren, und das will ich auch nicht. Wachstum im Handwerk funktioniert nur, wenn man Menschen vertraut und ihnen echte Entscheidungsspielräume gibt.
Meine Vision für die D&P Holding
Mir geht es langfristig nicht in erster Linie um Umsatz oder Betriebsgröße. Mein Ziel ist, eine Unternehmensgruppe aufzubauen, die zeigt, dass Handwerk und modernes Unternehmertum zusammengehören — und die Menschen in der Region eine Perspektive gibt, in der sie wachsen können. Ob wir das erreicht haben, wird sich nicht in Zahlen zeigen, sondern daran, wie viele Menschen bei uns etwas aufgebaut haben, auf das sie stolz sind.
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